„Real cars, real racing“ – So beschreibt die WTCC sich selbst auf ihrer Website. In knapp 2,5 Wochen gastiert die Tourenwagen-Weltmeisterschaft erstmals auf der altehrwürdigen Nordschleife. Am Dienstag fand dafür der offizielle Testtag statt. Wie viel „real cars, real racing“ war zu sehen? Eine Menge! Ich habe ausgewählte Stellen der Eifel-Achterbahn besucht und eine Menge Bildmaterial mitgebracht. Dazu ein paar Infos zu Zeiten, Ergebnissen, und was sonst so passiert ist. Los geht’s.

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Im besonderen Fokus stand am Dienstag die Nordschleifen-Königin Sabine Schmitz. Sonst im Porsche GT3 R in der VLN unterwegs, möchte die „Speedbee“ bei ihrem Gastspiel den Männern in der Serie mal zeigen wo der Hammer hängt. Dafür tritt sie im Chevrolet Cruze vom All-Inkl.com Team von René Münnich an. Bei den Testfahrten rangierte Schmitz im Mittelfeld der WTCC, mit einer Bestzeit von 9 Minuten und 1 Sekunde. Gefahren wurde die 24h-Version des Nürburgrings, ohne Mercedes-Arena, mit Dunlop-Kehre. 

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Auffällig spektakulär war Altmeister Yvan Muller in seinem Citroen unterwegs. Generell gab es bei den WTCC-Autos viele stehende Räder und Verbremser zu sehen. Ein gefundenes Fressen für jeden Motorsport-Fotografen. Muller schaffte „nur“ eine 8:43 und fiel so auf Platz 5 der Ergebnisliste zurück.

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Rallye-Rekordweltmeister und Allround-Talent Sebastien Loeb bewies sein Rundstreckenkönnen mit einer 8:40 und landete so auf Platz 2 der Liste.  

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Knapp 20 Autos waren beim Test vor Ort. 16 davon entstammten dem WTCC-Fahrzeugfeld und der dort verwendeten Klasse „TC1“. Dazu gehören die Marken Citroen, Lada, Chevrolet und Honda. Ein so vergleichsweise (zur VLN z.B.) kleines Teilnehmerfeld sorgte für viel Platz im Fahrerlager und der Boxengasse, so dass jedes Fahrzeug eine eigene Garage erhielt.

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Hier sieht man den WTCC-Veteran Gabriele Tarquini beim abschließenden Gespräch, bevor es wieder in seinen Honda Civic und zurück auf die Strecke ging. Tarquini landete als bester Nicht-Citroen auf Platz 4 der Zeitenliste und brannte eine 8:42 in den Asphalt.

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Tom Chilton beendete den Test als zweitbester Chevrolet, 8:46 seine Zeit. Auch wenn die Chevrolets den Werkswagen aus Frankreich nicht ansatzweise das Wasser reichen konnten, zumindest beim Sound waren sie meiner Meinung nach vorne. Anti-Lag-System sei Dank. Auch aus einem 1,6 Liter Turbo-Motor kann man also Sound rausholen…

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Hocheichen in Richtung Quiddelbacher Höhe und Flugplatz. Hier verdeutlicht der FIA-Zaun sehr schön die besondere Topographie der Eifel-Achterbahn. Sehr beeindruckend wie schnell die Citroens diese Stellen nehmen konnten. Viel Abtrieb und weiche Reifen sorgten schon bei der ersten Ausfahrt der WTCC-Renner für Zeiten auf GT3-Niveau, beeindruckend.

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MA Qing Hau auf dem Weg nach Breidscheid. Die blühenden Wiesen und Büsche sorgen zu dieser Jahreszeit für eine besonders schöne Kulisse in der Eifel. Die Blütenblätter auf der Strecke zeigen, wie der Sog des Diffusors den Citroen C-Elysée auf den Asphalt presst. Der schnelle Chinese landete am Ende des Tages mit einer 8:41 auf Platz 3.

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Achja, ein Porsche 991 GT3 war auch dabei. Für Taxifahrten. Wurde aber von den WTCCs gnadenlos aufgeschnupft. 

Auf diesem TT-RS, der sonst in der VLN seine Runden dreht, tastete sich Mehdi Bennani an die Nordschleife heran. Stellen die Audis ja in der VLN die Speerspitze der Fronttriebler dar, sahen sie beim WTCC-Test richtig „langsam“ gegen die TC1-Autos aus. 

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James Thompson im Lada konnte sich mit einer 8:49 Platz 9 sichern. Neun Sekunden klingen erstmal nicht viel. Schaut man sich aber mal die Onbaord-Videos von Lada und Citroen an, sieht man, warum die Franzosen die diesjährige WTCC so dominieren. 

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Stefano D’Aste (Platz 8 / 8:55) schonte seinen Chevrolet Cruze TC1 und befuhr das Karussell sogar mehrmals obenherum. Sehr seltsamer Anblick irgendwie. 

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Können wir uns also auf die WTCC freuen, wenn sie im Rahmen des 24h-Rennens ihr Gastspiel gibt? Definitiv. Die Geschwindigkeit, die Action, die Autos, alles passt zusammen. Nur ein paar Autos mehr dürften es ruhig sein, für die lange Strecke. Und hoffentlich wird es nicht das letzte Rennen der WTCC auf der Nordschleife bleiben.

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Die Tagesbestzeit sicherte sich übrigens der Nordschleifen-Neuling Jose Maria Lopez, der mit einer 8:38 sämtliche Konkurrenten in ihre Schranken verwies und zeigte, wie man ein TC1-Auto am absoluten Limit über die Nordschleife bewegt. 

Eine größere Bildergalerie wird es dann demnächst auf meiner Facebook-Seite www.facebook.com/getoutanddrive geben, schaut ruhig mal vorbei.