Die Zutaten sind simpel und dennoch vielversprechend: Ein verlängertes Wochenende, eine Gruppe befreundeter Petrolheads, einige der schönsten Straßen Europas und dazu ein bunter Querschnitt von allem, das auf vier Rädern Spaß macht. Willkommen zur Bergtour 2019!

Los geht es am Freitagmorgen. Startpunkt: der Rheinfall in Schaffhausen. Schon am ersten der beiden Tage mit von der Partie sind Janis und seine knallgrüne Alpine A110, Andreas und René im BMW M2 sowie meine Freundin Karina, die mir als Co-Pilotin in meinem Renault Clio R.S. Gesellschaft leistet. (Disclaimer: Die Bilder sind in loser Reihenfolge und stellen nicht die kompletten beiden Tage dar, da wir teilweise einfach keine Zeit hatten, bei unserem Fahrtpensum, zum Fotografieren auszusteigen!)

Von Schaffhausen geht es zunächst etwa 1,5 Stunden Richtung Süden, bevor wir von Wassen aus unseren ersten Pass erklimmen, den Sustenpass. Auf der Passhöhe (2.224 Meter): Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt, nasse Straßen und dichter Nebel. Ein Erinnerungsfoto machen wir natürlich trotzdem. Oder zwei.

Schon geht es weiter, nach Auf- und Abstieg des Grimselpasses (2.164 Meter) folgt ein kleiner Zwischenstopp am Fuße des Furkapasses, das legendäre Hotel Belvédère thront hier über unseren Köpfen, nur schemenhaft zu erkennen.

Anschließend folgen der besagte Furkapass (2.429 Meter), ein überraschend sonniger Gotthardpass (2.107 Meter) samt der wundervoll historischen Tremolastraße sowie der heutige Spitzenreiter in Sachen Höhenmeter: der Nufenenpass (2.478 Meter), wo wir das Glück haben, einer großen Herde Steinböcke zu begegnen. Dann geht es über den Grimsel- und den Brünigpass (1.008 Meter) zurück nach Winterthur, wo wir bei Martin die Nacht verbringen, der sich uns zusammen mit Oliver am nächsten Tag anschließen wird.

Am zweiten Tag findet außerdem eine kleine Durchmischung unseres Fuhrparks statt: Oliver tritt in seinem BMW M4 an und nimmt Martin auf den Beifahrersitz, der mir (ich kann es immer noch nicht fassen), seinen gelben Porsche Cayman GT4 anvertraut!

Der zweite Tag wird ein Feuerwerk an Pässen und ein Meisterstück der Organisation von unserem Routenplaner René. Insgesamt 620 Kilometer sollten wir am Ende des Tages zurückgelegt haben.

Wir beginnen mit dem Julierpass (2.284 Meter), erklimmen im Anschluss den Berninapass (2.328 Meter) und schlängeln uns zusammen mit dem Forcola die Livigno (2.315 Meter) ganz nah an das Highlight der Tour heran: den Stelvio-Pass, seines Zeichens mit 2.757 Meter der zweithöchste Pass der Alpen.

Hier kommt der GT4 richtig in Fahrt, Janis klebt mir in der A110 von Waldow-Performance direkt an der Stoßstange. Spitzkehre um Spitzkehre treiben wir die beiden Mittelmotor-Sportwagen den Berg hinauf. Der frei saugende Sechszylinder-Boxer des GT4 brüllt sich die Seele aus dem Leib, die Felswände des Stelvio verstärken die orchestrale Untermalung dieses Kraftaktes.

Oben angekommen bleibt jedoch nur eine kurze Verschnaufpause, bevor es über den höchsten Pass der Schweiz (Umbrailpass, 2.501 Meter), den Ofenpass (2.149 Meter), den Flüelapass (2.149 Meter) sowie den Wolfgangpass (1.631 Meter) zum verdienten Abendessen nach Winterthur geht.

Am Ende überlagern sich die Erinnerungen an das Erlebte zu stark, um ein nüchternes Fazit zu ziehen. Dafür waren die beiden Tage zu intensiv. Doch die Zahlen sprechen für sich: 14 Alpenpässe im Oktober, kurz vor dem Saisonende. Dazu acht der zehn höchsten Pässe der Schweiz sowie mit dem Stelvio den zweithöchsten der Alpen überhaupt. Das schreit nach einer Wiederholung!

Danke für das tolle Wochenende, Jungs. Und Mädchen, natürlich.