Einen Trackday mit dem neuen Porsche Cayman GT4 Clubsport auf dem Hockenheimring bestreiten? Nichts lieber als das. Wie sich der neue Kundensportler aus Zuffenhausen im Vergleich mit seinem Vorgänger schlägt? Wir finden es heraus. (Der Test fand bereits Anfang März statt, aus terminlichen Gründen konnte der Bericht allerdings erst jetzt online gehen).

Es ist ein kühler grauer Tag im März, noch ist vom herannahenden Frühling hier am Hockenheimring nichts zu sehen. Die vielen Teams, die sich im badischen Motodrom zu den ersten Testfahrten der Saison getroffen haben, scheint das nicht zu stören. Im Gegenteil: Die kalte Luft und der trockene Asphalt versprechen ideale Bedingungen, um die im Winter neu angeschafften Arbeitsgeräte auf Herz und Nieren zu prüfen.

Mit dabei: Allied Racing aus dem bayrischen Huglfing. Mit Teamchef und Fahrer Jan Kasperlik verbindet mich seit dem ersten Kennenlernen Ende 2016 eine Freundschaft, die uns für dieses Jahr ein Fahrzeug beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring teilen lassen wird. Doch heute geht es um ein anderes Auto. Zwar auch ein Porsche Cayman GT4 Clubsport, doch Allied Racing ist eines der ersten Teams, die das neue Modell der Baureihe 982 für den internationalen Wettbewerb im Gegenwert von rund 187.000 Euro in Empfang nehmen durften.

Der neue Cayman GT4 Clubsport unterscheidet sich bereits auf den ersten Blick vom Modell 981, das nun bereits einige Jahre in der hart umkämpften GT4-Kategorie auf dem Buckel hat. Anbauteile wie Front- und Heckschürze entsprechen dem aktuellen Straßenmodell „718 Cayman“, zudem gibt es einen neuen Heckflügel mit einer sogenannten „Schwanenhals“-Befestigung, die aerodynamische Vorteile bringen soll.

Darüber hinaus hat Porsche Motorsport auch bei der Leistung des weiterhin verwendeten 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxers (das Straßenmodell setzt auf einen Vierzylinder-Turbomotor) eine Schippe draufgelegt, sodass der Cayman nun mit rund 425 PS (40 mehr als bisher) an den Start der diversen GT4-Rennserien gehen darf. In Anbetracht der teils deutlich leistungsstärkeren Konkurrenz von Mercedes-AMG, Audi, McLaren oder Aston Martin eine gute Entscheidung. Auf der Getriebeseite wird weiter auf ein PDK mit sechs Fahrstufen gesetzt, das sich über Wippen am aus dem GT3-Modell „GT3 R“ entliehenen Carbon-Lenkrad schalten lässt.

Doch genug der Theorie, mein Stint am heutigen Testtag rückt näher. Ich schlüpfe in meine feuerfeste Fahrerausrüstung, setze den Helm auf und checke noch einmal den korrekten Sitz meines HANS-Systems, dann kommt der blau-schwarze Renner auch schon vorgefahren. Der Innenraum des neuen GT4 Clubsport ist deutlich professioneller umgebaut als noch beim Vorgänger, alle wichtigen Systeme haben ihren festen Platz. Ich werde im tief montierten Carbon-Schalensitz festgezurrt, dann springt die Boxenampel auch schon auf grün.

Bereits beim ersten Beschleunigungsvorgang am Boxenausgang wird klar, dass Porsche dem Boxertriebwerk nicht nur eine höhere Leistung spendiert hat, sondern sich auch bei der Kraftentfaltung viel Mühe gegeben hat. Der Saugmotor dreht willig hoch und brüllt seine Anstrengungen durch den kurzen Abgasstrang nach draußen. Zwar merklich leiser als der Vorgänger, jedoch immer noch saugertypisch und mit einem wundervoll kernig-bassigen Unterton.

Die größte Verbesserung liegt beim neuen GT4 Clubsport allerdings nicht im Antriebsstrang, sondern im Fahrwerk und bei der Abstimmung des Chassis. Schon nach wenigen Kurven offenbart sich der jüngste Kundensport-Spross der Zuffenhausener als ein sanfterer und kommunikativerer Zeitgenosse als der erste Schuss der GT4-Unternehmungen seitens Porsche. Wo der Vorgänger einen ungeübten Fahrer noch mit mittelmotortypischer Zickigkeit überraschen konnte, teilt sich der 982 früh genug mit, um eventuelle Bewegungen des Fahrzeugs antizipieren und abfangen zu können. Das Vertrauen ins Autos stellt sich einfach früher ein als bisher, was im wachsenden Markt der Gentlemen-Rennserien ein großer Pluspunkt bei den Verkaufsargumenten sein dürfte.

Zusammenfassend lässt sich den Damen und Herren in der Entwicklungsabteilung von Porsche Motorsport nur ein großes Lob für den Cayman GT4 Clubsport der Baureihe 982 aussprechen. Und die ersten Ergebnisse beim GT4-Saisonauftakt in Monza sprechen ohnehin für sich. Mit dabei: Allied Racing aus dem bayrischen Huglfing.