Der Nürburgring ist eine Breitensport-Hochburg. Nicht nur die weltberühmte Langstrecken-Meisterschaft VLN oder die kaum minder spannenden Serien RCN und GLP haben ihr Zuhause in der Eifel, auch der „Nürburgring Driftcup“ erfreut sich immer größerer Beliebtheit in der Grassroots-Drift-Szene. Grund genug also, dem Spektakel am Fuße der Nürburg mal einen kurzen Besuch abzustatten. 

Der NDC (kurz für Nürburgring Driftcup) trägt über eine Saison verteilt mehrere Events auf der Müllenbachschleife aus, einem völlig autark nutzbaren Teilstück der Grand-Prix-Strecke. Dabei wird kurz vor der Dunlop-Kehre gestartet, wir arbeiten uns nun in Fahrtrichtung durch die jeweiligen Streckenabschnitte. 

Nachdem die Fahrer in ihren speziell für diese Disziplin umgebauten Autos die Dunlop-Kehre passiert haben, führt eine kurze Beschleunigungsphase in das Michael-Schumacher-S, eine Kurvenkombination aus zwei etwa gleichwinklingen Links- und Rechtskurven. Dieser Nissan 200SX hat etwas zu früh eingelenkt und nimmt spektakulär einen der inneren Curbs mit. 

Der Großteil der Teilnehmer setzt im NDC auf japanische Autos. Teilweise mag das an der JDM-Kultur liegen, die ihren Ursprung im Land der aufgehenden Sonne hat. Daher gibt es für Fahrzeuge wie das Nissan S-Chassis oder den Toyota AE86 enorme Erfahrungswerte in Sachen Umbau und Abstimmung. Aber auch BMW-Modelle wie E30, E34 und E36 liegen bei den Driftern im Trend. 

Am Ende des Michael-Schumacher-S gilt es, das Auto zu verzögern und für die Einfahrt in das enge Stück der Müllenbachschleife anzustellen. Besonders spektakulär wird es, wenn wie bei diesem Toyota AE86 nicht nur die Hinterachse blockiert, sondern auch die vorderen Räder zum Stehen gebracht werden. 

Der Shortcut am oberen Ende der Müllenbachschleife, wegen der nahstehenden Leitplanken auch liebevoll „Little Monaco“ genannt, geht steil bergauf und macht am Ende der engen rechts einen plötzlichen Wechsel in eine Linkskurve, die auf dem Plateau der Grand-Prix-Strecke liegt. 

Eins der moderneren Autos im Starterfeld ist das Einser-M-Coupé in knallorange. Im letzten Streckenabschnitt des Parcours wird so viel Gummi verbrannt, dass der Rauch sogar durch die Lücken zwischen Kofferraumdeckel, Rücklicht und Heckstoßstange dringt. Gut, dass es im Fahrerlager einen Reifenservice gibt.