Ort, Zeit, Art und Weise. Alles Hintergründe, die man für die Planung einer beliebigen Tätigkeit berücksichtigen sollte. In der deutschen Sprache fasst man die passenden Fragewörter „Wo?“, „Wann?“ und „Wie?“ unter dem Oberbegriff der Interrogativadverbien zusammen. Ein jedoch viel zentralerer Bestandteil einer jeden Überlegung ist das kleine Wörtchen „Warum?“. Selten macht man sich Gedanken darüber, warum etwas ist, wie es ist. Und wenn doch, dann meist in einem negativen Kontext: Missgeschickt, Krankheit oder gar Tod. Passiv. Man kann sich aber auch mal fragen, warum man etwas tut … vor allem etwas Positives. Ganz aktiv. 

Warum lieben wir es, zu fahren? Benzin zu verbrennen? Es durch die Venen unserer blechgewordenen Träume zu jagen und in Energie umzuwandeln, die uns ein Grinsen ins Gesicht treibt? Es ist das #getoutanddrive-Gefühl. Nicht erst seit dem großen Erfolg von Magnus Walker ein wundervolles Motto für Petrolheads auf der ganzen Welt. Ein Gefühl, dass sich auf der Rennstrecke, der Landstraße oder auf einem langen Roadtrip einstellt. Ein Gefühl der Freiheit, der Selbstbestimmung und des Glücks. 

Samstagmorgen, sieben Uhr. Wäre es ein gewöhnlicher Wochentag, ich hätte meinen Wecker wohl noch einmal ausgeschaltet. Doch heute wird gefahren. Einfach so. Nicht ganz ohne Ziel aber mit vielen Umwegen. Und mit Freunden. Denn auch das ist #getoutanddrive: Freundschaft, sich über die gleichen Dinge zu freuen und bis in die Dunkelheit auf der Terrasse sitzen um über Sinn oder Unsinn dieses oder jenes Autos zu philosophieren. 

Heute sind wir zu viert. International, Jungs und Mädels. Es soll nur ein kleiner Trip durch die Eifel werden. Dreh- und Angelpunkt: natürlich der Nürburgring. Am Start: ein Hyundai i30 N Performance, ein Clio 2 R.S. und ein Clio 3 R.S. 

Vorbei an mittelalterlichen Burgen, die kurvige Straße immer fest im Blick. Gut Autofahren ist eine Kunst, die immer weniger Menschen richtig beherrschen. Autonome Fahrzeuge, Assistenzsysteme oder Carsharing helfen zwar der Umwelt und machen unsere Straßen sicherer, sie entmündigen aber auch ein Stück weit. Es gibt kaum noch Autos, in denen sich das Fahren auch nach Fahren – und nicht nach Gefahrenwerden – anfühlt. #getoutanddrive beschreibt auch das persönliche Auseinandersetzen mit dem eigenen Fahrkönnen, das Training und das Ergebnis. Es beschreibt das Studieren der Technik, das Verbessern und Verschönern. Es geht nicht immer nur von A nach B. Auch mal nach C, D und E. Oder Z. Und wieder zurück. 

Wir fragen uns ja schon, wie lange es noch Autos geben wird, die eine klare Abgrenzung zwischen Fahrer und Fahrzeug zulassen. Autos, die begeistern. Die fordern und fördern – nicht nur befördern. Die es sich lohnt, zu fahren. Wie lange haben wir noch die Wahl zwischen Hothatches, kleinen Coupés und dicken GTs? Wann gibt es nur noch Elektrochassis, auf die eine beliebig rundgelutschte Karosse gesetzt wird? 

Nein, sowas wollen wir bei #getoutanddrive nicht. Wir fahren, weil es Spaß macht. Weil es ein Ausdruck unserer Persönlichkeit ist. Das Auto als Identifikationsobjekt und nicht als kleines Puzzleteil einer großen Blechlawine morgens im Stau auf dem Weg zur Arbeit. 

Wer jetzt sagt, das sei eine rückständige Sichtweise und ewig gestrig, der soll sich bitte mal an einem gewöhnlichen Wochenende am Nürburgring umschauen. Beschreibt ein Bild die Autokultur besser als diese friedliche Koexistenz vom kleinen 80er-Krawallo und vom großen Bond-Auto? Mehr muss man auch nicht sagen. Diese Toleranz gibt es nirgends sonst. Nicht in der Politik, nicht im Fußball und schon gar nicht im Alltag. 

Hier rollen weit über 300.000 Euro auf den Parkplatz an der Zufahrt zur Nürburgring-Nordschleife. Einfach so. Keine klimatisierte Garage, kein Wachpersonal und kein Zaun. Einfach zum Fahrer des GT2RS laufen und ihn anquatschen? Kein Problem. Das Gleiche zwischen einem Fabrikarbeiter und einem Wallstreet-Broker zum Austausch von Finanztips? Unvorstellbar. 

Ich bleibe dabei: #getoutanddrive ist nicht nur ein cleverer Hashtag sondern ein lebenswertes Motto, das mir viele tolle Freunde, einen Traumjob und unzählige geniale Erinnerungen beschert hat.

Also, geht raus und fahrt. Fahrt und habt Spaß. Alleine, zusammen, tagsüber, nachts, schnell, langsam, weit oder fern. 

#getoutanddrive