Schon im Vorfeld wurden die diesjährigen „Test- und Einstellfahrten“ auf der Nordschleife sehr stark diskutiert und standen in der Kritik vieler Aktiver und Fans. Mit exorbitanten Preisanstiegen und kuriosen Versicherungsklauseln schaffte es die CNG (Capricorn Nürburgring GmbH, die neuen „Chefs“ am Ring und Ausrichter der T&E) sich selbst schneller aufs Abstellgleis zu schießen als es so mancher gehofft hatte. Man wolle mit rund 70 Autos kostendeckend ein übersichtliches Testumfeld schaffen, so die Veranstalter noch vor dem Event am Samstag. 

70 Fahrzeuge wären ja schon ein Trauerspiel, wenn man bedenkt, dass in der VLN im Durchschnitt weit über 170 Autos am Start sind. Aber das Bild, das sich mir gestern Morgen im Fahrerlager bot, war wirklich erschreckend. Eine Hand voll Team-Trucks im Fahrerlager und einzeln verstreute Rennwagen bei der Technischen Abnahme ließen schon nichts gutes vermuten. 

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Aber auch in der Boxengasse war nichts vom geschäftigen Treiben der letzten Jahre zu sehen. Hauptsächlich konnte man die „dicken“ SP-Fahrzeuge und GT3-Bomber in den leeren Boxen finden: Ferrari, Mercedes und Porsche. Kann man so schon auf den weiteren Weg der VLN blicken? Ich hoffe nicht …

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Aston Martin schickte direkt die offizielle Werksabordnung zum Ring, um den Vantage GT3 optimal vorzubereiten. Tolles Auto, wahnsinns Sound. Ein Lichtblick, zumindest rein subjektiv auf das Fahrzeug bezogen.

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Das Highlight für die meisten Fans? Der neue Audi R8 LMS von Phoenix Racing. Frank Stippler und Markus Winkelhock durften die neue Ingolstädter Waffe zum ersten offiziellen Nordschleifen-Einsatz ausführen. 

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Das Team mit den meisten Autos dürfte Black Falcon gewesen sein. Zwei SLS GT3 und eine ganze Menge Porsche fuhren den schwarzen Falken spazieren. Auch wenn man hätte hoffen können, dass ein Team, welches der Breitensportserie VLN seinen Erfolg zu verdanken hat, einer Frechheit wie den CNG-Einstellfahrten symbolisch fernbleibt.

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Gegen Mittag sorgte der Cup-991 für eine längere Unterbrechung der Testfahrten, da nach mehrfachem Überschlag im Bereich Flugplatz erst der Fahrer recht aufwendig geborgen werden musste. Er klagte nach seinem Crash über Rückenschmerzen, und so musste erst das Dach des Elfers entfernt und der dann Pilot samt Sitz herausgehoben werden.

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Manthey testete diese spezielle Form des 991 Cup, von der niemand so richtig wusste was es ist. Ein 991 MR, selbst optimiert vom Porsche-Spezialisten? Wenn mann jetzt noch das Weiß durch Gelb ersetzen würde, hätten wir wieder einen „Dicken“ in der VLN, wäre doch was.

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Zu den kleineren Fahrzeugen auf der Strecke zählten diese beiden Audi TT. Außerdem gesichtet: Zwei Toyota GT86, drei Opel Astra OPC Cup, vier BMW M235i Racing, ein E46 M3 und eine Hand voll BMW aus der V-Klasse. Kein Clio, kein Manta, wenig was auf die VLN als Breitensportserie hätte deuten lassen.

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Generell kann man nur hoffen, dass die Veranstalter aus diesem Schuss in den Ofen lernen und es in 2016 wieder eine vollere Boxengasse geben wird. Und weniger Schnee, das wäre auch schön. 

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Auch auf der Strecke machte der neue R8 LMS eine gute Figur. Der aggressivere Look verleiht dem Auto eine sehr starke Präsenz. Wenn da jetzt noch die richtige Folierung drauf landet, kann man sich auf ein tolles Auto freuen.

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Mein persönliches Highlight war der Maserati MC12 von Michael Bartels. Ein solches Fahrzeug mal live und im Renntempo auf der Nordschleife zu sehen – Wahnsinn! Alleine der V12-Sound des Maseratis, wie er vom Karussell  zur Hohen Acht fährt, ist den Fußweg vom Brünnchen dort hinauf schon wert.

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Ich hatte mir von meinem ersten Mal als Fotograf bei der VLN seit drei Jahren zwar mehr erhofft, aber selber fahren ist ja eh schöner und in 12 Tagen geht’s wieder los. Bis dahin!

 

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